Naturgeister Malerei mit wasserfarben öl und kohle hubert schatz

Übersicht

Auf dieser Seite lernen Sie mehr über das spirituelle Anliegen von Hubert Schatz und warum seine Kunst von unzähligen mysteriösen Kreaturen gezeichnet und geprägt ist. Zuerst werden die Anfänge erster Geister aufgezeigt, danach wird das Institut für Naturgeistforschung vorgestellt, begleitet von spirituellen Schatz – Texten.

shcatz mit familie in jungen jahren

Geisterformen in Menschform – von Schatz in seinen Anfängen in den frühen 80ern

Die Entwicklung des Geistes

Der menschliche Geist verändert sich in jedem Augenblick unseres Lebens. Als Kleinkind etwa haben wir gerade erstmal Lesen gelernt, doch 20 Jahre später finden wir uns als poetischer Dichter wieder. Der Geist entwickelt und entfaltet sich also ständig. Wenn wir uns die Historie von Hubert Schatz´ Werken genauer ansehen, entdecken wir, dass sich auch seine Naturgeister stetig verändert und weiterentwickelt haben – und sehen hier eine Parallele zu unserem menschlichen Geist.

Die klassischen Naturgeister, wie man sie heute kennt, zeichnen sich durch ihre langgezogenen und geschwungenen Körper, die etwa einer Robbe ähneln, sowie flossenähnlichen „Händen“ und ihren starrenden Augen aus. Doch so sahen sie noch nicht immer so aus. Denn erst über die Jahre entwickelten sich diese „endgültigen“ Formen oder Silhouetten. Anfangs besaßen sie noch eine ganz andere Form!

abstrakte frühe zeichnung hubert schatz

noch keine Form erkennbar, 1988

Es scheint so, als müsste sich die Gestalt der Geister über die Jahre – parallel mit dem Künstler – entwickelt oder entfaltet haben. Oder als hätten sie über die Jahre verschiedene Gestalten angenommen – verschiedene Wachstumsprozesse durchlaufen. Ähnlich wie der Körper des Teenagers, der sich komplett vom Körper des Säuglings unterscheidet – jedoch eins und dasselbe sind. Oder das Gehirn des Wissenschaftlers, der als Kind noch gar kein Interesse an derartigen Themen entwickelt hatte.

Die Zeit verändert Geist und Körper und es mag sein, dass dies eine versteckte Botschaft des Künstlers war, uns zu zeigen, dass wir mehr Ähnlichkeiten mit den Geistern haben, als wir denken. Auch dass wir uns in ihnen wieder erkennen können. So wie sich unser Körper komplett von dem Körper unseres 10 Jahre alten Ichs unterscheidet, so sehr unterscheiden sich auch die Silhouetten der Geister über die Jahrzehnte.

Es sind schon erste Silhouetten sichtbar, 1989

Anfangs besaßen die Geister noch keine Gesichter, sie waren einfach reine Energie, existierten einfach – erschaffen durch die Hände des Künstlers. Doch je intensiver Hubert Schatz in sein künstlerisches Schaffen eintauchte, desto tiefer wurde die Beziehung zu den damals noch namenlosen Wesen. Dadurch nahmen sie mit der Zeit ihre Gestalt an, als erste Gesichtszüge entstanden. Es scheint so, als hätte Schatz damals selbst noch nicht gewusst wie die Wesen überhaupt aussehen.

Er hat sich somit der Aufgabe gewidmet dies herauszufinden. Das war nur möglich, wenn er vollständig in den Fluss des kreativen Schaffens, der „aus ihm herausbrach“, hineintauchte. Um in der Tiefe seines Seins mehr herauszufinden. Je tiefer er eintauchte und je mehr er sich dem künstlerischen Drang hingab, desto mehr entwickelte sich die Form der Naturgeister. So entstanden bald Gliedmaßen wie Beine oder Hände.

Noch unerkennbare Naturgeister – jedoch schon mit ersten Gliedmaßen, 1989

So wie die Entwicklung eines Künstlers stattfindet, hatten auch die Geister das Privileg, sich zu entfalten und zu verwandeln und mit ihm gemeinsam zu wachsen, um schließlich einen Zugang zur menschlichen, materiellen Welt zu finden. Oder ist es eher anders herum, dass Hubert Schatz versuchte, eine Art Türe zu öffnen, um die Geister in unsere Welt hereinzulocken? Wollte er sie dadurch, dass er ihnen Formen und Körper schenkte, lebendiger machen? Oder sind die Geister nur ein Ausdruck seines Selbst? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, gründete Hubert Schatz das Institut für Naturgeistforschung. Denn auf manche Fragen hatte sogar er keine Antwort gefunden.

Eins ist sicher – kein Künstler, Poet oder Wissenschaftler dieser Welt hat den verborgenen Wesen so ein Gesicht gegeben, wie es Hubert Schatz getan hat.

Hier kann man schon Augen, Münder sowie die flossenähnliche Form erkennen, 1991

War er einer der wenigen Menschen, der sie wahrgenommen und gespürt, vielleicht sogar gesehen hat? Wieso sonst hätte er dann sein Lebenswerk der Erforschung dieser Wesen gewidmet – und nicht von ihnen losgelassen?

alles in der welt ist

von dem licht SEINER ESSENZ

gegeben und alle schönheit

und vollkommenheit sind

die gaben seiner güte

diese erleuchtung

vollkommen zu erreichen

ist das innerer anliegen

der naturgeistforschung

– aus „Psychokosmodrom“,

Hubert Schatz, Marokko, 1999

„Ich denke mir nichts aus, das kommt direkt aus dem inneren Erleben, aus innerer Energie“, so Hubert Schatz im Bezug auf seine Naturgeister. Es war ihm ein wichtiges Anliegen zu verdeutlichen, dass er sich die Geister nicht ausdenkt oder in seinem Kopf bereits weiß, wie es auf dem Papier aussehen soll. Es war eher so, dass die geistliche Energie ihn durch das Zeichnen leitete und ein unbekannter Impuls ihn dazu veranlasste, die Figuren zu zeichnen. Denn Hubert Schatz praktizierte in seinem Schaffensprozess die Kunst des „Nicht – Denkens“. Und durch diesen Seinszustand war es ihm möglich, von einer höheren Kraft gleitet zu werden und durch sie zu zeichnen. Er war also ein Medium, der uns Menschen etwas zeigen sollte, was wir mit bloßem Auge nicht erkennen können.

Die naturgeistforschung sucht möglichkeiten, das wesen des menschen, die natur seines seins, mitzuergründen und gelangt durch die lebendige transparenz seiner entfaltungsspektren und seines magisch-religiösen weltverständnisses (naturgeister, dämonen, engel, schutz- und tiergeister als heilkräftewesenheiten und vieldimensionale schutzengelaspekte) naturgemäß und unweigerlich zum ursprung der zeichnung.

-Burkhard Heim, Mitbegründer des Instituts für Naturgeistforschung aus: „Über das innere Anliegen der Naturgeistforschung“

Das Herz weiß, dass wir viel mehr sind als unsere Gedanken und Überzeugungen. Das grenzenlose Herz weiß, was der begrenzte Geist ignoriert. Wir sind das, was alle Gedanken und Überzeugungen erschafft, genauso wie das, was sich dazu entschließt, sie zu erfahren.

Holz, Kunstwerk mit Kohle von Hubert Schatz auf Holz

Die Gründung des Instituts für Naturgeistforschung

In der Naturgeisttrance- Forschung sieht er das „spezifische religiös-zeichnerische Ritual, eine geschlossene Folge von Handlungen, deren ausdrückliche Aufgabe es ist, durch Gebete und meditative Gesänge die Verbindung zur anderen Wirklichkeit herzustellen und auf diese Weise den Zeichner zu einem religiösen Erlebnis zu führen. Unter Verwendung von Räucherwerk und Trommeln, Singsang, Feier, Tanzen und Springen wird die Tür zur transpersonalen, heiligen Wirklichkeit aufgestoßen und die Wahrnehmung von Bewußtsein gehörig gesteigert.“

– Schatz über Naturgeistforschung, Quelle: Römerquelle Katalog

Die Naturgeisttranceforschung von Hubert Schatz will „dazu beitragen, das Monopol der all-täglich-normal-gewöhnlich-stumpfsinnigen Wahrnehmung aufzuheben und die abstumpfende Monokultur unseres Alltagsbewußtseins aufzubrechen und anzureichern mit andersartigen Impulsen aus dynamisch-meditativer und trancehafter Naturgeistwahrnehmung“.

– Schatz über Naturgeistforschung, Quelle: Römerquelle Katalog

HUBERT SCHATZ UND SEIN, INSTITUT FÜR NATURGEISTFORSCHUNG*

Ein Text von Günther Witzany

Was soll man heute in der aufgeklärten Welt davon halten? Schrulliger Künstler? Seltsame Geisteshaltung? Eigenartiger Zugang zur Natur?

Die drei Ebenen mit denen sich der Mensch seriös dem Sein nähern kann, wurden vom Vater der Wissenschaft, Aristoteles benannt: Die theoretische Vernunft, die praktische Vernunft und die ästhetische Vernunft. Alle gleich wertig, aber jede auf ihre ganz spezielle Art und Weise berechtigt, jede mit einem ganz eigenen methodischen Zugang. Deshalb ist es auch vernünftig sich als Künstler über die ästhetische Vernunft auszudrücken, und praktischerweise hat das Hubert Schatz mit seiner Malerei, Graphik, aber auch Dichtung und Musik gemacht.

Institut für Naturgeistforschung gibt klarerweise bekannt, wie es sich den Objekten seiner Forschung nähert, es zu erkennen versucht, die Seinsart der Naturgeister zu ergründen: Jahrzehntausende lang war menschliches Leben in Gemeinschaft gleichermaßen eingebettet und bestimmt von den jeweiligen Naturreligionen. Solange der Mensch ein religiöses Wesen war, waren dies die bestimmenden Werte-Codices, Normenspender, Ouellen der Gerechtigkeit, die menschliches Leben determinierten. Naturreligionen boten den für menschliche Gemeinschaften unersetzbaren Rahmen der Rituale, der Kultgegenstände, der Prozessionen der Verehrung, des Dankes, der Hoffnung und der rituellen Bitte für ein gutes Leben. Die Verstorbenen und ihr lebendiger Geist waren ständig präsent als Bewahrer und Bewacher der gesellschaftlichen Ordnung. Dementsprechend wurde ihre Verehrung zelebriert.

In den animistischen Traditionen war man Teil der Natur. Jeder Organismus, jeder Stein, auch Landschaften und Berge waren beseelt, hatten Charakter und Persönlichkeit, die es zu achten galt.

Die Strafen bei Missachtung waren oft drastisch und entschieden nicht selten über Leben und Tod, besonders grausame Riten sind aus aller Welt noch überliefert. Die Naturgeister waren nicht Teil eines Glaubens, sondern Teil der Erfahrung, Gewissheit und über jeden Zweifel erhaben. Der Umgang mit der Natur, die Entnahme von Lebensmittel und Nahrung war demütig, zurückhaltend, ehrerbietig und voller Ehrfurcht gegenüber den beseelten Wesen.

Seit den Achsenzeiten (Karl Jaspers) wandelt sich die Religiosität zu Massenreligionen, zu transzendenten Göttern und Himmelreichen. Der Herrscher des Himmels und der Erde war jenseitig und duldeten keine regionalen Gottheiten oder andere Subjekte der göttlichen Verehrung. Die Naturreligionen verschwanden in entlegene Nischen, in denen sie mehr schlecht als recht überlebten, meist bis die letzten Vertreter eines Stammes oder einer Ethnie mit ihnen ausstarben.

Seit der Aufklärung (1700 – 1820) und noch mehr der Moderne sind Naturreligionen historische Artefakte früherer Entwicklungsstufen der Menschheit.

Hubert Schatz glaubt nicht an Naturgeister. All sein Schaffen, Tun und Denken sagen: Er kennt sie, Er hat sie real erfahren. Er ist ihnen begegnet.

Kein Zweifel, dass es sie in vielfältigen Formen gibt, Der Mensch selbst und seine Seele, die Pflanzen, die Tiere, die Pilze, die Gegend, alles ist beseelt und er stellt diese Seelen dar. Besessen von Schaffensfreude, produziert er diesen Ausdruck sein ganzes künstlerisches Leben lang. Immer wieder begegnen sie ihm und er stellt sie dar. Manchmal ruft er sie an – in seinen schamanischen Praktiken und Gesängen, manchmal fasst er sie in lyrische Worte und Texte, aus denen Bücher werden. Unbeirrbar ging er seinen Weg und erforschte die Naturgeister.

Und damit war er seiner Zeit gewissermaßen auch voraus. Denn der Glaube an den Materialismus, den die Naturwissenschaften im letzten Jahrhundert zur letztgültigen Weltanschauung dogmatisiert haben, bröckelt an allen Ecken und Enden, in der Psychologie, der Biologie und der Physik.

Ja, es gibt eben viel mehr als nur das zählbare und das mit technischen Apparaturen Messbare, es gibt das Geheimnis des Geistes, der Seele der UnendlichkeitundderVielfalt.JederernstzunehmendeNaturwissenschaftler wird heute zugeben, dass das so gesammelte Wissen vielleicht gar 1% der tatsächlichen Wirklichkeit umfasst. Das meiste davon haben wir noch nicht verstanden, wissen es schlicht nicht, ahnen es nicht einmal.

Die Welt der Elfen in Island ist Teil der offiziellen Rechtsordnung z.B. im Bauwesen, denn wo ein bekannter Elfenstein ist, kann kein Haus und kein Straßenverlauf sein. Die Elfen in Island sind normaler Bestandteil des Alltagslebens und kein Mensch käme im Traum darauf, das zu bezweifeln.

Sie sind keine göttlichen Diktatoren, sondern Partner des Menschen – aber in einer anderen, durchlässigen Welt. Ganz ähnlich ist es seit kurzem in Neuseeland, wo Landschaften und Tiere Bestandteil des öffentlichen Rechtswesens sind und Vergehen gegen Wale und andere Tiere sowie gegen Landschaften mit speziellem Charakter schwere Strafen nach sich ziehen. Die Naturgeister sind dort ein ganz normaler Teil des menschlichen Lebens und Bewusstseins und weitere Gebiete und Kulturen auf dieser Welt werden folgen.

rotes großes Kunstwerk auf Karton Hubert Schatz

Hubert Schatz hat diesen Teil der Wirklichkeit bewusst wahrgenommen und auf seine Art zum Ausdruck gebracht, die in einer Gegend, einer Region, einem Land in dem Naturgeistforschung nicht präsent ist oder war und besonders im letzten Jahrhundert des mainstream Materialismus als rückwärtsgewandte Remystifizierung der Natur gescholten wurden.

Er ließ sich nicht beirren und vertraute auf seine Erfahrungen.

Dafür gebührt im Dank und Anerkennung. Er hat diese Tradition der Wahrnehmung der beseelten Natur aufgenommen, praktiziert und in seiner Poesie verwirklicht. Generationen später wird das vielleicht wieder zum Alltag gehören.

Günther Witzany

Philosoph, im April 2024

Tage des Offenen Ateliers